TEATIME GENERATION








drifting by a cup of tea

Dieses Lied behandelten wir von Anfang an als Instrumental-Stück. Rapha zog ein altes, verstaubtes Xylophon aus der Ecke unseres Proberaums und setzte zu unserer ruhigen Musik hier und da einen hölzernen Ton. Viel mehr brauchte dieser Song nicht. Es bot sich an, ihn in Segmente aufzubauen, die man wie Bausteine zusammensetzen und wegnehmen kann. Bei den Aufnahmen hatten wir enorm viel Spaß dabei, diesen technischen Weg auszuprobieren. Am Ende schnitten wir diesen Song in zwei Teile und setzten sie später wie eine Klammer als Intro und Outro auf die CD. Angelehnt an den zu diesem Zeitpunkt bereits feststehenden Album-Titel entstand der Name und der kurze Text. (B.B. 3/2008)





a dream of a grown-up child

Eine erfundene Unterhaltung zwischen einem erwachsenen Sohn und seinem in die Jahre gekommenen Vater führte zu diesem Gedanken: „Erinnerst du dich an die Zeit, als ich noch an deiner Bettkante saß? Ich sah dich schlafen und hätte alles dafür gegeben, dich in deinen Träumen begleiten zu können.“ (B.B. 6/2007)





living in london

Eine Affäre im Jahr 2005 spielte sich zwar nicht in London, aber in einem Erlanger Hinterhof ab, der mit etwas Fantasie an ein Randgebiet der englischen Hauptstadt erinnerte. (B.B. 11/2005)





one more drag

„One more drag“ ist der wohl außergewöhnlichste Song in unserem Repertoire. Er entstand in einer Jam-Session, basiert auf Rhythmus und Groove, wird ausschließlich mit E-Dur begleitet und hatte zu Beginn keine eindeutige Struktur. Je nach Stimmung und Tagesform nahm er einen anderen Verlauf an, doch jedes Mal knisterte er aufregend, roch nach Erotik und virtuellen Eindrücken. Dieser Song musste irgendwie von „sex and drugs“ handeln. Schließlich beschreibt er eine Prostituierte, die in einem düsteren Ambiente noch einen Zug Kokain zu sich nimmt, um die nächste Stunde mit dem bereits auf sie wartenden Freier zu überstehen. (B.B. 8/2007)





out of stock

Über „Burnout“ wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht so häufig in den Medien berichtet. Dennoch wurde es zum Thema für diesen Song. Wenn die Arbeit dein Leben bestimmt und du das Gefühl hast, dass es dadurch an dir vorbei zieht, läuft irgendetwas schief. Irgendwann fällt dir auf, du bist gar nicht mehr anwesend, funktionierst selbst nur noch wie eine Ware, die eigentlich nicht mehr vorrätig ist. (B.B. 10/2007)





behind the gate

Aus einer Erfahrung, die ich im Jahr 2005 beim Klettern machte, entstand „behind the gate“. Wenn du nicht weiter weißt, und dir dein Weg versperrt erscheint, musst du dir eine andere Route suchen oder einen riskanten Sprung wagen. Übertragen auf Situationen im täglichen Leben, öffnen sich manchmal Türen oder entstehen neue Wege, von denen man vorher gar nicht wusste. (B.B. 7/2006)





hope

„Well known comings and goings“ ist der Untertitel von diesem Song. Im Grunde soll er die Zerrissenheit beschreiben, wenn es darum geht, eine klare Linie zwischen Freundschaft und Liebe zu ziehen. Gibt es keine eindeutige Grenze findet man sich und sein Gegenüber schnell in Lügen und Enttäuschungen wieder. (B.B. 1/2006)





spit in the wind

In einer Phase, in der mir monatelang keine Idee für einen neuen Song einfiel, machte ich genau diese Schaffenskrise zum Thema. Ich fing also an, meine Gedanken einfach aufzuschreiben. Mit Sätzen wie „Jetzt bloß nicht wieder in der Sackgasse enden!“ oder „Heute Nacht werde ich es schaffen!“ motivierte ich mich, diesen Song gerade zu an den Haaren herbei zu ziehen. Durch pure Willenskraft und der in Strophen formulierten Ist-Situation schien es mir tatsächlich gelungen, die Geburt eines Songs zu erzwingen. (B.B. 6/2007)





my monster and me

Ein Liebeslied nach meinen Geschmack. Es wird nicht geschnulzt, es wird sich gefreut! Die Liebe des Lebens bekommt einen frechen Kosename und gemeinsam haben wir eine Menge Spaß. (B.B. 12/2006)





the pond of real big fishes

Die Musik entstand während einer Bandprobe und lange Zeit spielten wir „den Walzer“ ohne Text. Er hatte etwas relaxtes, fast schon gleichgültiges oder resignierendes. Irgendwann kam ich auf die Idee darüber zu schreiben, dass es immer wieder Leute gibt, die sich ganz schön weit aus dem Fenster lehnen, obwohl es ihnen gar nicht zusteht. Selbstkritisch betrachtet darf man sich dabei nicht ausschließen. Genau genommen geht es in diesem Stück darum, sich nicht all zu wichtig zu nehmen. (B.B. 8/2007)





happy with you

Während „my monster and me“ ein sehr fröhliches Liebeslied ist, beschreibt „happy with you“ das Glück, der Richtigen begegnet zu sein. Irgendwie gehören die beiden Stücke unzertrennlich zusammen. (B.B. 3/2006)





ghost in me

Während meinem Aufenthalt in Schweden begegnete ich einen deutschen Auswanderer. Er habe unzählige Berufe ausgeübt und sie allesamt abgebrochen, weil er immer der Beste gewesen sei. Durch Handauflegen könne er Verletzungen heilen, tut dies aber nicht, weil er keine Motivation dafür verspüre. Während beinahe die gesamte Menschheit auf der Suche nach sich selbst sei, wüsste er genau, wer er ist. Seine Worte „Ich bin Geist!“ übertönten das Knistern des Lagerfeuers und hinterließen ernüchternde Blicke in den erwartungsvollen Gesichtern aller Anwesenden.
Inspiriert von diesem Erlebnis schuf ich mir gedanklich den absoluten Übermenschen. Oder eher einen, der glaubt, einer zu sein. Einen, der es nicht nur mit Raubtieren auf sich nimmt, sondern auch in der Lage ist, aussichtslosen Situationen locker zu entkommen. (B.B. 8/2006)





when illusion falls down

In einer Fernsehreportage wurde über die Erfindung und Entwicklung eines ferngesteuerten Mülleimers berichtet. Erwachsene Männer steckten ihre ganze Energie, ihre Freizeit ihr Fachwissen und unfassbar viel Geld in dieses wohl wichtigste Projekt auf Erden. Ein wenig erschrocken darüber, welch hoher Aufwand hinter der Verwirklichung einer sinnlosen Idee steckt, vielen mir noch einige andere Dinge ein, auf die die Menschheit vermutlich gewartet hat. (B.B. 11/2006)